ROHOL, die Liebe zur Natur
Das Kunststück Holz
Das österreichische Unternehmen RoHol mit dem Sitz in Oberösterreich ist mit seiner Leidenschaft für jegliche Holzverarbeitungen bekannt. Sein Hauptfokus liegt darin, die einzigartige Vielfalt des Naturstoffs Holz zu erkunden und für maßgeschneiderte Sonderlösungen zu sorgen. Um auch bei der Verarbeitung einen effizienten und nachhaltigen Fußabdruck zu hinterlassen, hat sich RoHol für ein 2.700 kW Heißwasserkessel der Firma Binder Energietechnik entschieden. HERZ News im Interview mit dem Geschäftsführer Herr Ing. Anton Stöckl.
Die Verwendung von Holz ist vielfältig. So kommt das Naturprodukt in vielen Einsatzgebieten zur Verwendung wie zum Beispiel im Bauwesen, zur Möbelherstellung, als Verpackungsmaterial, in der Papierherstellung, als Chemiegrundstoff und zur Energiegewinnung. In der Altsteinzeit diente Holz zur Energiegewinnung sowie als Material für Werkzeuge und Waffen. Als Baumaterial reicht die Verwendung bis in die Jungsteinzeit zurück. Nicht wenige Pfahlbauten aus vorgeschichtlicher Zeit wurden in Europa dokumentiert.
Das oberösterreichische Unternehmen RoHol entschied sich für die Verwendung von Holz als ein Designelement und zaubert aus dem Naturprodukt Furniere in jeglicher Art. So können Tischler, Architekten, Saunabauer, aber auch Türen-, Küchen-, Möbel- sowie Autohersteller sich auf individuellen Einsatz des Naturproduktes freuen. Auch im gerade renovierten österreichischen Parlament veredeln RoHol Edelfurniere viele Bereiche.
Geschichte der Furniere – Das Blattgold des Waldes
Furniere sind das “Blattgold des Waldes” – so werden die Edelfurniere von RoHol bezeichnet. Grundsätzlich gilt: Als Furnier werden 0,5 mm – 8 mm dicke Blätter aus Holz bezeichnet. Der Name kommt aus dem französischen Wort “fournir” welches so gut wie “bestücken” bedeutet und geht in das 16. Jahrhundert zurück.
Die Veredelungstechnik von Holz fand jedoch bereits im alten Ägypten ihren Einsatz, indem Möbeln mit feinen Holzbrettchen furniert wurden. Ein Beweis hierfür stellt Tutanchamuns Grab dar – aus Ebenholz furnierte Truhen wurden in seinem Grab entdeckt. Kein Wunder, dass in einem Land aus Wüste und Sand die Verwendung von Edelhölzern als Seltenheit und Luxus bewertet wurde.
Herstellung von Furnieren
Die Verarbeitung vom Holz zu einem Furnier bringt einige Voraussetzungen mit sich. RoHol Geschäftsführer Herr Ing. Anton Stöckl, verrät uns aus erster Hand die bei RoHol verwendete Technik zur Herstellung der Edelfurniere:
HERZ News: Lieber Herr Stöckl, wie werden Furniere bei RoHol hergestellt? Wie ist der Ablauf?
Anton Stöckl: Die geernteten Stämme werden schonend in Heißwasser gekocht, um Holzfasern die benötigte Geschmeidigkeit zu verleihen. Danach werden diese auf großen Messer-Schälanlagen geschnitten und das weitgehend ohne Holzverlust, da keine Sägespäne anfallen. Anschließend erfolgt die Trocknung im Durchlauf. Zuletzt werden sie beschnitten und vermessen.
HERZ News: Wie geht es dann weiter im Prozess?
Anton Stöckl: Die Weiterverarbeitung der Furniere erfolgt durch Verpressen der Furnierblätter zu anspruchsvollen Plattenmaterialien für die Einsatzbereiche. Für die Koch-, Trocknungs-, und Pressvorgänge findet die Wärmeenergie des Binder Kessels Verwendung.
HERZ News: Was sind die Voraussetzungen für die Furnierherstellung? Mit welchen Herausforderungen haben Sie als Furnierhersteller zu rechnen?
Anton Stöckl: Dies zu beantworten würde wohl den Umfang sprengen. Grundsätzlich kann ich sagen, dass es einige Herausforderungen bei der Herstellung gibt. Da am RoHol Standort jedoch seit mehr als 40 Jahren Erfahrungen gesammelt werden und das Unternehmen sich ständig weiterentwickelt, lösen wir diese.
HERZ News: Welche Holzarten werden für die Furniere verwendet?
Anton Stöckl: Hölzer aus aller Welt finden bei RoHol ihre Bestimmung. Mehr als 100 Holzarten sind bei RoHol für die unterschiedlichen Anwendungen im Einsatz. Sowohl aus dekorativen, wie auch aus technischen Gründen, werden jeweils die am besten geeigneten Hölzer verwendet.
Besonders beliebt ist jedoch die Herstellung aus Laubhölzern wie Buche, Eiche, Ahorn, Birke, Kirsche und Esche, sowie Nadelhölzern wie Lärche, Fichte, Tanne und Zirbe.
HERZ News: Wie nachhaltig ist dieses Verfahren?
Anton Stöckl: Die Furnierherstellung ist die rohstoffsparenste Holznutzung. Aus 1 m3 Holz können bis zu 1.000 m2 – und auch mehr – Furniere gewonnen werden.
HERZ News: Wo finden Edelfurniere ihren Platz?
Anton Stöckl: RoHol hat nicht umsonst den Namen “Austrian Wood Composer”. Wir entwickeln und produzieren nicht nur außergewöhnliche Edelfurniere, sondern “komponieren” daraus Materialien für unterschiedlichste Ansprüche und Anwendungsbereiche wie zum Beispiel für die Flugzeug-, Yacht-, Fahrzeug-, Ski-, Sauna-, Möbel-, Türen- und Küchenindustrie. Dabei werden Furniere auch mit unterschiedlichen Materialien wie z.B. Aluminium, Blei, HPL (Laminat), Gummi, ABS etc. kombiniert.
HERZ News bedankt sich für das Interview und wünscht der Firma RoHol viel Freude mit dem neuen Heißwasserkessel von Binder Energietechnik GmbH.
Binder Heißwasserkessel im Einsatz
Binder bietet eine Vielzahl von Feuerungssystemen für ein breites Spektrum an nutzbaren biogenen Brennstoffen an. Die thermische Nutzung von verschiedenen im Betrieb wechselnden Brennstoffqualitäten und -größen mit einem Kessel war bei diesem Projekt ein großes Thema.
Ausgeliefert und in Betrieb genommen wurde ein 2.700 kW Heißwasserkessel mit Schubrostfeuerung, welcher auch für die Nutzung der im Betrieb der Fa. RoHol anfallenden staubförmigen Tischlereiabfälle als Brennstoff ausgelegt ist.
Zur Komfortsteigerung der Anlagensteuerung am Prozessleitstand erfolgt diese mittels 3D Visualisierung aller maßgeblichen Komponenten und Zustandswerte, abgeleitet aus dem Anlagenplan. Ein BosB 72h, eine Alarmübertragungseinrichtung für die automatische Übermittlung von Störmeldungen sowie eine Brennraumkamera zur Überwachung sind integriert, womit ein Betrieb ohne ständige Beaufsichtigung (BosB) bei gleichzeitig bestmöglicher Überwachung möglich ist.


